LEBENDIGE NACHBARSCHAFT
Australische Bäume werfen ihre Blätter nicht ab, doch das Laub der europäischen Platanen in Butler Grove in Melbourne bedroht in jedem Herbst den nahen Bach:Werden zu viele Blätter hineingeschwemmt, ersticken die Organismen. Deshalb rechen die Nachbarn das Laub zusammen, werfen es in den gemeinsamen Kompostbehälter oder benutzen es als Mulch in ihren Gärten – eine von vielen Initiativen im Rahmen der „Sustainability Street“. In ganz Australien haben sich Anwohner zu rund 200 „Nachhaltigkeitsstraßen“ zusammengetan, um ökologisch korrekte Lösungen umzusetzen: Sie installieren Solaranlagen, isolieren ihre Häuser, benutzen energiesparende Geräte. „Das größte Problem in Australien ist aber die Wasserarmut“, erklärt Robyn Woodward-Kron (im roten Pullover). Deshalb spült die Toilette in ihrem Haus mit aufgefangenem Regenwasser. Andere Nachbarn fangen das Duschwasser auf, um damit ihre Gärten zu sprengen. „Auch der gesellige Aspekt ist wichtig“, erklärt Robyn. Als Suzie Hafey vor einigen Monaten in die Straße zog, luden die Nachbarn zur Gartenparty mit Bier und selbst gezogenem Gemüse. Bald will Suzie sich mit einer Einladung revanchieren, um Max zu feiern: Vier Wochen alt ist der jüngste Bewohner der Butler Grove Sustainability Street.
Text: Bernd Hauser, Foto: Michael Amendolia
Bilfinger Berger Magazin 2/2008
