Wasserkraft ist umweltfreundlich und effizient. Jetzt wird sie im Doppelpack mit Windkraft in Deutschland wiederentdeckt. Bilfinger Berger ist an einem Projekt des Stromkonzerns Eon beteiligt.
Eon modernisiert am hessischen Edersee das siebzig Jahre alte Pumpspeicherkraftwerk „Waldeck I“. Die Leistung von „Waldeck I“ liegt bei 140 Megawatt. Das ist im Vergleich zu einem Großkraftwerk zwar nicht viel. Dafür ist die Pumpspeichertechnik hervorragend geeignet, kurzfristige Schwankungen im Netz schnell und effektiv aufzufangen. Steigt die Nachfrage, strömtWasser aus dem oben gelegenen Speicherbecken in das 300 Meter tiefer gelegene Kraftwerk und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an. Geht die Nachfrage zurück, etwa nachts, wird der überschüssige Strom dazu verwendet,Wasser in das Oberbecken zurückzupumpen. Besonders interessant sind Pumpspeicherwerke als Ergänzung zur Windkraft: Denn wird bei Flaute nur wenig Energie durch Windkraftanlagen ins Netz eingespeist, kann die Pumpturbine innerhalb von Minuten zur vollen Leistung hochgefahren werden und das Defizit ausgleichen. Mit der wachsenden Anzahl von Windparks in Deutschland könnte es sich also auch für große Energieanbieter lohnen, in die unkomplizierte und nachhaltige Pumpspeichertechnik zu investieren.
Zwei der vier alten Turbinen werden in Waldeck durch eine neue, hochmoderne Pumpturbine ersetzt. Bilfinger Berger gräbt derzeit den 40 Meter tiefen Schacht in den Fels am Rand des Unterbeckens, der die Turbine aufnehmen wird. Die Fallhöhe des Wassers erhöht sich dadurch um 40 Meter, was den Wirkungsgrad der Turbine weiter steigert. Bilfinger Berger wird außerdem die Maschinenhalle erstellen und weite Teile der Altanlage erneuern. Im Januar 2009 soll die neue Pumpturbine ans Netz gehen. Dann wird „Waldeck I“ gemeinsam mit dem zweiten am Edersee gelegenen Pumpspeicherkraftwerk „Waldeck II“ 600 Megawatt umweltfreundlichen Strom ins Netz einspeisen. (si)
